AKTIEN
WAS SIND AKTIEN?
Unter einer Aktie versteht man ein Wertpapier, welches den Anteil an einer Kapitalgesellschaft verbrieft. Deswegen bezeichnet man Aktien auch als Anteilsscheine. Gesellschaften, welche in Deutschland Aktien als Anteile am Grundkapital der Gesellschaft herausgeben können, sind die Aktiengesellschaft (AG) und die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA).Jede Aktie hat einen Nennwert, der den Anteil der Aktie am Grundkapital der Gesellschaft angibt und einen Buchwert. Der Buchwert einer Aktie berechnet sich wie folgt:
(Eigenkapital / Grundkapital) * Nennwert pro Aktie = Buchwert pro Aktie
VORZUGSAKTIEN UND STAMMAKTIEN
Vorzugsaktien und Stammaktien sind die beiden Hauptformen, als die Aktien im allgemeinen herausgegeben werden.Eine Vorzugsaktie hat in der Regel kein Stimmrecht bei Gesellschafterversammlungen, wird dafür aber mit einer höheren Dividende versehen und kann einen Nachzahlungsanspruch bei Ausfall derselben beinhalten.
Die Stammaktie hat ein Stimmrecht bei Gesellschafterversammlungen, wird dafür aber mit einer niedrigeren Dividende versehen.
ALTE UND JUNGE AKTIEN
Alte Aktien sind alle bereits existierenden Aktien einer Aktiengesellschaft, egal ob im Umlauf befindlich oder nicht.Junge Aktien sind Aktien, die im Rahmen der Kapitalerhöhung einer Aktiengesellschaft herausgegeben werden. Bis zur vollen Dividendenberechtigung werden junge Aktien in der Regel getrennt von den alten Aktien notiert, haben also auch eine separate Wertpapierkennnummer. Danach gehen die jungen Aktien in der Regel in die Menge der alten Aktien ein und werden unter einer einheitlichen Wertpapierkennnummer notiert.
EMISSION VON AKTIEN
Unter der Emission von Aktien versteht man die Herausgabe derselben, also den Verkauf an interessierte Anleger. Das Unternehmen, welches die Aktien herausgibt, wird auch als Emittent bezeichnet.Im Fachjargon nennt man diesen Vorgang auch "Going Public", weil die Anteile des Unternehmens einer breiten Anlegerschicht öffentlich zugänglich gemacht werden.
Dabei erfolgt die Aktienemission meist nicht durch das Unternehmen selbst, sondern durch eine Investmentbank, die als Gegenleistung für die Beratung, Betreuung und Durchführung der Emission entweder einen festen Betrag oder einen festgelegten Anteil am Emissionserlös bekommt.
Die Ausgabe von Aktien (Emission) kommt in bei drei Geschäftsvorgängen in Betracht:
- bei der Gründung einer Aktiengesellschaft
- bei der Umwandlung einer bestehenden Gesellschaft anderer Rechtsform in eine Aktiengesellschaft und
- bei der so genannten Kapitalerhöhung, also der Ausgabe weiterer Aktien zu den bereits im Umlauf befindlichen
Für die Preisbildung im Rahmen einer Aktienemission gibt es drei Varianten:
Bookbuildingverfahren
Beim Bookbuildingverfahren wird durch den Emittenten eine Preisspanne
vorgegeben, innerhalb derer Investoren ihre Angebote abgeben können.
Anschließend haben interessierte Anleger die Möglichkeit, innerhalb eines
bestimmten Zeitraumes ihre Kaufaufträge bestehend aus Kaufpreis (innerhalb der
vorgegebenen Preisspanne) und Anzahl der Aktien bekannt zu geben. Anhand dieser
Aufträge wird nach Ende des Bookbuildings ein durchschnittlicher Emissionspreis
errechnet. Alle unter diesem Emissionspreis liegenden Angebote werden von der
Vergabe ausgeschlossen und alle Anleger, die einen höheren Preis als den
festgelegten zu zahlen bereit gewesen wären, bekommen die Aktien zum
festgelegten Emissionspreis.
Festpreisverfahren
Hier wird im Gegensatz zum Bookbuilding ein fester Preis für die Herausgabe der
Aktien vorgegeben. Die Bewertung und Preisfindung wird dabei in der Regel vom
Emittenten durchgeführt. Aufgrund der oft nicht marktgerechten Preisfindung
wurde das Festpreisverfahren in den neunziger Jahren fast vollständig vom
Bookbuildingverfahren verdrängt.
Auktionsverfahren
Das Auktionsverfahren läuft ähnlich wie das Bookbuildingverfahren ab. Der
Emittent gibt einen Mindestpreis und eine Mindeststückzahl vor, die innerhalb
einer bestimmten Emissionsfrist gezeichnet werden können.
Nach Ende der Zeichnungsfrist werden alle abgegebenen Gebote potentieller
Anleger nach der Höhe des gebotenen Preises sortiert. Bei dem Preis, bei dem
unter Berücksichtigung aller Gebote die letzte Aktie verkauft werden kann, wird
der Emissionskurs festgelegt. Anleger, die Gebote am oder oberhalb des
Emissionspreises abgegeben haben, werden bei der Ausgabe der Aktien
berücksichtigt, Investoren unterhalb des Emissionspreises gehen leer aus.
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