Risikoklassen

Unter der Risikoklasse bzw. Risikobereitschaft eines versteht man die mit einem bestimmten Investment verbundenen Risiken bzw. die Einschätzung der persönlichen Risikobereitschaft eines Anlegers. Auch hier existieren wieder verschiedene Einstufungen und Modelle.

Onlinebroker teilen Ihre Risikoklassen meist in 5 Stufen auf, wobei die höheren Risikoklassen die jeweils niedrigeren Risikoklassen immer beinhalten. Dabei gilt: je höher die Risikoklasse und damit auch die Risikobereitschaft eines Anlegers, desto höher die Verlustwahrscheinlichkeit und desto größer sollte auch die Anlageerfahrung des Anlegers sein.

Ein Marktgesetz besagt:

Einer steigenden Chance auf eine höhere Rendite eines Investments steht auch immer das größere Risiko auf einen Kapitalverlust gegenüber.

So kann z.B. von der Investition in einen Geldmarktfond keine Rendite von 10% p.a. erwartet werden, dafür besteht hier auch keinerlei Risiko eines Kapitalverlustes. Im Gegensatz dazu steht beim Handel mit Optionsscheinen der Aussicht auf mehrere hundert Prozent Rendite immer das Risiko eines Totalverlustes gegenüber.

Nachfolgend haben wir Ihnen anhand der Einstufungen mehrerer Onlinebroker einmal versucht, die einzelnen Risikoklassen stichpunktartig darzustellen:

RISIKOKLASSE 1:

  • Europäische Geldmarktfonds, Festgeld, Tagesgeld, Termingelder, Spareinlagen
  • Anlageziel: langfristiger und sicherer Vermögensaufbau mit Verzinsung auf Geldmarktniveau

RISIKOKLASSE 2:

  • festverzinsliche Wertpapiere, Anleihen mit guter Bonität, Geldmarktnahe Fonds, deutsche Rentenpapiere, offene Immobilienfonds
  • Anlageziel: risikobewusster langfristiger Vermögensaufbau mit Ertragserwartung über dem Zinsniveau des Geldmarktes

RISIKOKLASSE 3:

  • Euro-Auslandsanleihen, DAX-Werte (Aktien), Genussscheine, Wertpapierfonds, Fremdwährungsanleihen USA und Europa, gemischte Fonds
  • Anlageziel: wachstumsorientierter Kapitalaufbau unter Berücksichtigung der Kurs- und Kapitalrisiken aus eventuell auftretenden Kursverlusten oder Währungsschwankungen

RISIKOKLASSE 4:

  • wie Risikoklasse 3, zuzüglich Optionsscheinen und Zertifikaten
  • Anlageziel: Spekulativer Vermögensaufbau unter Nutzung von Instrumenten mit Hebelwirkung zur überdurchschnittlichen Partizipierung an Marktbewegungen, Absicherung bestehender Portfolios

RISIKOKLASSE 5

  • wie Risikoklasse 4, zuzüglich Optionen und Futures
  • Anlageziel: Hochriskante Spekulation zur Erwirtschaftung sehr hoher Renditen bei gleichzeitig extrem hohen Verlustrisiko, Absicherung bestehender Portfolios

Sie sehen, die Einstufung des Anlageverhaltens bzw. der Risikobereitschaft von Investor und Investments führt zur Nutzung gänzlich unterschiedlicher Anlageformen und muss zwingend in einer Anlagestrategie berücksichtigt werden.

Nach Festlegung von Anlagezielen, Anlagehorizont sowie Risikoklasse kann mit den gewonnen Daten die Asset Allocation, also die Wahl der richtigen Anlageformen begonnen werden:

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